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Konzeption

 

 

 

 

                                     

                                Pädagogische Konzeption der

                   „Integrativ Kindertagesstätte  Lummerland“

 

„Integration ist in gleicher Weise eine kulturelle Notwendigkeit wie eine ethische Verpflichtung. Das heißt, sie ist nicht nur ein unverzichtbares, sondern das zentrale Moment der Weiterentwicklung der Menschheit.“

                                                                                                                                                      Georg Feuser 1992

 

Das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung im Besonderen ist das Modell der christlichen Gemeinden schlechthin:

Denn die vermeintlich Stärkeren und die vermeintlich Schwächeren leben hier miteinander, die Schwächeren lernen von den Stärkeren, und auch Starke lernen von und mit Schwachen.

Das Zusammentreffen und Zusammenleben verschiedener Kinder mit ganz unterschiedlichen Begabungen, Orientierungen und Hemmnissen bewirkt eine lebendige Vielfalt und Reichtum in Erfahrungen und Begegnungen, in der Auseinandersetzung mit dem jeweils Anderen und im gemeinsamen Lernen.

So ist das Ziel unserer Einrichtung:

  • dem Kind das Gefühl von Angenommensein und Wohlbefinden zu vermitteln
  • dem Kind zu helfen, sich mit seiner Umwelt handelnd und erlebend auseinanderzusetzen
  • das Kind zur Eigeninitiative zu ermutigen
  • dem Kind helfen, seine Ausdrucksmöglichkeiten auf kommunikativer, sprachlicher, gestalterischer, kreativer und emotionaler Ebene zu erweitern
  • die kognitiven, psychomotorischen und sozialen Fähigkeiten des Kindes zu fördern und es auf die jeweilige, ihm entsprechende Schulform vorzubereiten
  • das Kind befähigen, ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit und Gemeinschaftsfähigkeit zu erreichen
  • dem Kind zu helfen, seine eigene Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, seine Fähigkeiten und Grenzen zu erkennen und zu lernen, damit umzugehen.

 

Die Einrichtung ist familienergänzend bzw. unterstützend und hat zusätzlich eine entlastende Funktion für die Familie. Im Vordergrund der Arbeit steht die individuelle Entwicklung und Förderung des Kindes im Bezug zu seinem gesamten sozialen Umfeld.

Hier ist zu bemerken, dass z. B. durch Selbstversorgung (Mittagessen das in hauseigener Küche von unseren Köchinnen zubereitet wird) eine familiäre Atmosphäre geschaffen werden soll und der lebenspraktische Bereich fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist.

 

Die allgemeine Arbeit zielt darauf ab, Kinder so zu fördern, dass für jeden Einzelnen nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten ein Leben in sozialer Gemeinschaft ermöglicht wird.

Aufnahme finden Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Beginn der Schulpflicht.

Unter Berücksichtigung der individuellen Förderung und Entwicklung jedes einzelnen Kindes nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten ist es erforderlich, vom Ansatz der „ganzheitlichen Förderung“ auszugehen d. h., es wird nicht isoliert das Training bestimmter Funktionen angestrebt, sondern die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes.

 

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen leben und spielen, so dass sie die Behinderung als zweitrangig erleben und lernen, den Anderen in seinen Fähigkeiten und seiner Andersartigkeit zu akzeptieren und offen anzunehmen und anzuerkennen. In diesem sozialen Umfeld sollen alle Kinder durch tägliches Miteinander Lernerfahrungen machen, die sich positiv auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung auswirken.

Durch Schaffung von Möglichkeiten zum gemeinsamen Spielen, sollen den Kindern die Fähigkeiten vermittelt werden aufeinander zuzugehen, Beziehungen aufzubauen, miteinander zu agieren, ihre verschiedenen Fähigkeiten zu akzeptieren, anzuerkennen, voneinander zu lernen und natürlich und unvoreingenommen miteinander umzugehen.

 

Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit und in seiner jeweiligen Gesamtentwicklung (geistig und körperlich) zu sehen.

Sein familiäres und soziales Bezugssystem muss bei der Förderung erkannt und berücksichtigt werden.

  • Jedes Kind hat das Recht, seine Bedürfnisse zu äußern und aktiv Einfluss auf die Gestaltung seiner Umgebung zu nehmen. Partizipation zieht sich als grundlegendes pädagogisches Prinzip und gelebte Kultur durch den Alltag der gesamten Einrichtung.
  • Das Erlebnis der aktiven Teilhabe und Mitgestaltung versetzt Kinder in die Lage, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich als wichtigen Teil der Gemeinschaft zu erfahren. Auf diese Weise wird demokratisches Verhalten und Zusammenleben im Alltag mit der Tageseinrichtung gelebt.
  • Dafür brauchen Kinder Erwachsene, die ihnen die Bewältigung dieser Aufgaben zutrauen und kindgerechte Formen der Mitbestimmung gewährleisten.
  • Die Möglichkeit, Beschwerden zu äußern, ist präventiver Kinderschutz und ein wesentliches Element von Partizipation.

Hierbei gelten folgende Grundsätze:

  • es ist vom jeweiligen individuellen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes  auszugehen
  • nach Kenntnis seiner speziellen Interessen und Begabungen sind daraus gezielte Angebote für neue Spiel- und Lebenssituationen zu schaffen
  • dies bedarf eines systematischen Aufbaues der pädagogischen/heilpädagogischen und therapeutischen Arbeit anhand von Fallbesprechungen, Beobachtungsprotokollen, daraus resultierenden Förderplänen und Entwicklungsberichten, sowie eines intensiven Kompetenztransfers
  • ebenso muss dem Kind genügend Freiraum zur Entfaltung seiner Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Das pädagogische/heilpädagogische Angebot wird so angelegt, dass es alle Kinder in ihrer momentanen Entwicklungsstufe anspricht und entsprechend fördert. Ziel ist das gemeinsame Lernen am gemeinsamen Gegenstand. Angebote werden so strukturiert, dass nicht alle Kinder dasselbe tun, sondern das sie differenziert nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen teilnehmen und so ihren Beitrag zur Gestaltung des Kindertagesstättenalltags leisten.

 

Angestrebt wird, dass alle Kinder in gleicher Weise mit den Forderungen der Umwelt vertraut gemacht werden und lernen, damit umzugehen. Der situationsorientierte Ansatz bietet hier die Möglichkeit, an die Interessen der Kinder mit und ohne Behinderung bzw. der Gruppe anzuknüpfen und auf aktuelle Ereignisse flexibel einzugehen.

 

Der Gruppenalltag wird durch einen, sich rhythmisch wiederholenden Tagesablauf und durch einfache, kindgemäße Regeln und Ordnungen strukturiert, die als Orientierungshilfe dienen sollen, um dem Kind Sicherheit und Zeitgefühl vermitteln zu können.

 

Eine wesentliche Grundlage ist das Aufnahmegespräch mit den Eltern. Sie werden ausführlich über die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung und die Rahmenbedingungen informiert.

Eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist eine unerlässliche Voraussetzung für das Gelingen aller Erziehungsbemühungen. Hier sind Elternabende, Hospitationen, Hausbesuche, Feste und gemeinsame Gottesdienste sehr von Nutzen.

Kindertagesstättenarbeit mit dem Kind ist immer familienergänzend zu verstehen und nicht losgelöst vom familiären Geschehen.

Die Eltern sollen motiviert werden, sich in einem eigenen Gruppenprozess zu entwickeln und Integration praktizieren, denn:

  • Integration vollzieht sich im Alltag und bedeutet miteinander zu leben, auch außerhalb der Kindertagesstätte
  • Nur so kann gegenseitiges Verständnis der Eltern untereinander aufgebaut werden
  • Zusammenarbeit schafft Vertrauen durch Verständnis für gegenseitige Wünsche, Vorstellungen und Notwendigkeiten
  • So können gemeinsame Lösungen von auftretenden Problemen gefunden werden. MitarbeiterInnen und Eltern können sich gegenseitig Hilfe geben.

Wir hoffen, dass diese Einrichtung ein Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens trotz aller Verschiedenheit ist, ein Ort der Begegnung durch Achtung und Toleranz gleichwertiger Menschen. Ein Ort, der Eltern verlässlich unterstützt, ein Ort, der christliches Handeln konkretisiert.